Gemeinde Gomaringen

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Das historische Wappen der Herren von Gomaringen

Wappen
Wappen

Einen Anhaltspunkt zur Einordnung der Herren von Gomaringen in das mittelalterliche Adelssystem gibt deren Wappen. Die Wappen, die mittelalterliche Geschlechter führten, kamen nicht von ungefähr. 

Oftmals war es so, dass Dienstleute, die sich um den Sitz ihres Herren herum ansiedelten, in ihrem eigenen Wappen dasjenige des Herren in veränderter Form übernahmen. Hinter Wappen mit gleichem Motiv verbergen sich deshalb häufig Gemeinsamkeiten. Bei den Herren von Gomaringen findet sich als Wappen ein offener Flug (zwei nebeneinandergestellte Flügel bei denen die Federspitzen nach außen zeigen). Auf Siegeln ist das Wappen meist in einen Schild gestellt. Das Wappen, das die Gemeinde Gomaringen heute führt, wurde nach diesem Vorbild gestaltet. Der Flug als Wappensymbol findet sich in der Gegend des früheren Herzogtums Württemberg noch öfters. Dabei kommt in einzelnen Wappen manchmal nur ein Flug vor, oftmals gepaart mit einer anderen Figur.

Bei einer Zusammenschau der Wappen ehemaliger württembergischer Adelsgeschlechter kristallisieren sich deutlich mehrere Zentren heraus, um die herum sich das Flugwappen konzentriert. Am oberen Neckar sind es die Herren von Dettingen und ihre Stammesgenossen von Lichtenfels, von Bellenstein und die Zimmerlen aus Horb, die neben einer Axt auch einen Flug im Wappen führen. Die Bellenstein waren Dienstleute der Grafen von Hohenberg. 

Vierte Ansammlung von Flugwappen

Eine vierte Ansammlung von Flugwappen gibt es im Gebiet des Oberlaufs der Jagst. Einen einzelnen Flug führen hier die Vellberg, ein Heinrich von Klingenfels (Unter-Aspach) und die Wiesenbach (Blaufelden). Zu dieser Gruppe gehören vielleicht auch die Triller von Schwäbisch Hall und die Königshofen, die allerdings beide einen doppelten Flug wie die Gomaringer führen. Interessant ist auch das Wappen der Klingenberg (Brackenheim), badischer Edelleute, die mit den von Lauffen eines Geschlechts sind. Ihr Wappen besteht aus einem Vogel mit zwei offenen Flügen. Diemo von Gomaringen wird einmal als der von Lauffen sun bezeichnet, was auf Verbindungen in diesen Raum schließen lässt. 

Für die verschiedenen Verbreitungsgebiete des Flugwappens in Württemberg lässt sich kein sicheres Prinzip erkennen, das etwa auf einen ehemaligen gemeinsamen Dienstherren aller dieser Wappenträger schließen ließe. In dieser Hinsicht fällt höchstens auf, dass um die Burg Achalm herum mehrere Dienstleute der Grafen von Achalm Flugwappen führten. Dem Wappen der Herren von Gomaringen am ähnlichsten sind diejenigen der Rohr, die Mälsener, der Nothaft, der Nippenburg und der Benzingen. 

Weitere Informationen

Das Wort "Wappen" stellt die niederdeutsche Sprachform des Wortes "Waffen" dar. Es tauchte erstmals im 12. Jahrhundert in der speziellen Bedeutung von "Waffenzeichen" auf. Die ersten Wappen sind Zeichen mit Fernwirkung, die auf Schild, Helmen, Rüstungen, farbigen Bannern und Pferdedecken angebracht wurden. 

Als umfassende Kulturerscheinung verbreitete sich das Wappenwesen sehr schnell über die Kreise des Adels hinaus, und schon im 15. Jahrhundert lassen sich sehr viele bürgerliche Wappen nachweisen.

Verwandte Geschlechter der Hölnstein

Östlich davon, auf der Mittleren Alb, schließen sich die ebenfalls untereinander verwandten Geschlechter der Hölnstein (bei Stetten), der Melchingen und der Lichtenstein an. Sie führten nur jeweils einen offenen Flug im Schild. Die Lichtenstein sollen ursprünglich Dienstleute der Grafen von Achalm gewesen sein. Einen ähnlichen Flug führten auch die Arneck (bei Blaustein). Südlich dieser Gruppe gibt es mit den Herren von Benzingen (bei Winterlingen) noch ein Geschlecht, das einen doppelten und offenen Flug wie die Herren von Gomaringen hatte. Im Siegel der von Bol (bei Owen) findet sich ebenfalls ein offenen Flug, in diesem Fall mit einer danebengestellten Hirschstange. Den Flug führten auch die Grafen von Aichelberg im Wappen, als Helmzier im Schild. Dieses Grafengeschlecht gehörte seit dem 15. Jahrhundert den niederen Adel an.

Auch um Stuttgart herum gibt es eine Konzentration von Flugwappen. So findet sich der Flug in den Wappen der Bernhausen, der Mälsener (von Ostfildern- Scharnhausen), der Vöginger (Stuttgarter Patrizier) und der Rohr (Stuttgart-Rohr). Bei den Rohr und Mälsener gibt es mit dem doppelten offenen Flug ein Wappen, das jeweils große Ähnlichkeit mit demjenigen der Gomaringer aufweist. Ebenfalls sehr ähnlich ist das Wappen der Nothaft von Hochberg (heute Remseck), deren Familienmitglieder aber durchweg andere Vornahmen als die Herren von Gomaringen trugen; das schließt eine Herkunft aus der gleichen Familie weitgehend aus. Viele Nothaft waren württembergische Dienstleute. Aus der Gegend um Schwieberdingen stammt das Geschlecht der Herren von Nippenburg, deren Wappen ebenfalls fast identisch mit demjenigen der Herren von Gomaringen ist. Die Nippenburg waren Dienstleute der Grafen von Asperg. In der Familie taucht wie bei den Gomaringern der Name Friedrich auf. Heiratsbeziehungen zwischen denen von Gomaringen und denen von Nippenburg sind bekannt. In Backnang besteht darüber hinaus eine Besitzkontinuität zwischen den Gomaringen, den Nippenburg und den Nothaft.